Das Leben ist nur der kurze Sieg über das Unausweichliche.

Lebendes und Totes,
Wachendes und Schlafendes,
Junges und Altes sind eins.
Denn das Eine wandelt sich ins Andre-
und das Andre zurück in das Vorige.

Das Leben wird kostbar nur durch den Tod,
die Erfüllung wertvoll nur durch die Sehnsucht,
der Sieg nur durch das Ringen.

Drei Dinge überleben den Tod.
Es sind Mut, Erinnerung und Liebe.

Wenn man zum Leben Ja sagt und das Leben selber sagt zu einem Nein,
so muss man auch zu diesem Nein Ja sagen.

Der Tod ist doch etwas so Seltsames, dass man ihn, unerachtet aller Erfahrung,
bei einem uns teuren Gegenstande nicht für möglich hält und er immer als etwas Unglaubliches und Unerwartetes eintritt.
Es ist gewissermaßen eine Unmöglichkeit, die plötzlich zur Wirklichkeit wird.
Und dieser Übergang aus einer uns bekannten Existenz in eine andere,
von der wir auch gar nichts wissen, ist etwas so Gewaltsames, dass es für die Zurückgebliebenen nicht ohne die tiefste Erschütterung abgeht.

Der Tod ist das Ende von den Widersprüchen der sinnlichen Wahrnehmungen,
von den Aufregungen der Triebe, von den fortwährenden Arbeiten der Denkkraft
und von der Dienstbarkeit gegen das Fleisch.

Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen. Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für dich war, bin ich immer noch.
Gib mir den Namen, den du mir immer gegeben hast.
Gebrauche nicht eine andere Lebensweise.
Sei nicht feierlich oder traurig.
Lache weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Ich bin nicht weit weg.
Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.

Die Sanduhren erinnern nicht bloß an die schnelle Flucht der Zeit,
sondern auch zugleich an den Staub, in welchen wir einst verfallen werden.

Wie ein Theaterstück ist das Leben, nicht wie lange, sondern wie gut es gespielt wurde,
darauf kommt es an.


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