Manchmal sieht unser Schicksal aus wie ein Fruchtbaum im Winter.
Wer sollte bei dem traurigen Ansehn desselben wohl denken, dass diese starren Äste,
diese knackigen Zweige im nächsten Frühjahr wieder grünen, blühen, sodann Früchte tragen können?

Ein Mensch, der nicht viel gelitten hat, kann nicht Segen ausströmen.
Seine Worte haben noch keine rechte Wirkung, so salbungsvoll sie auch klingen.

Luft und Licht heilen und Ruhe heilt,
aber den besten Balsam spendet doch ein gütiges Herz.

Wenn uns ein Gegenstand der Liebe aus diesem Leben entrückt ist, so empfindet das Herz oft eine unermessliche Vereinsamung.
Trostgründe sind da unrecht angebracht, sie füllen die Leere nicht aus; aber Liebe, die uns entgegenkommt, verhüllt doch wenigstens den Abgrund.

Trost für jeden im Leid ist, Unglücksgefährten zu haben.

So ist es auf Erden:
Jede Seele wird geprüft und wird auch getröstet.

Trösten ist eine Kunst des Herzens.
Sie besteht oft nur darin, liebevoll zu schweigen und schweigend mitzuleiden.

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im Vorraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sind.

Gegen die Erde gibt es keinen Trost als den Sternenhimmel.

Die Hoffnung ist oft ein Jagdhund ohne Spur.


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