Nichts hat in der Welt Bestand: Was da kommt, muss scheiden,
und so reichen sich die Hand immer Freud´ und Leiden.


Oft muss man erst durch Wolken dringen, eh man des Himmels Blau entdeckt:
So lässt das Gute sich erringen, weil sich das Beste nur versteckt.


Die Schwierigkeiten scheinen nur da zu sein, um überwunden zu werden.


Dankbar sei mit Herz und Munde!
Und so kehret leicht zurück jede schöne, frohe Stunde,
alles was dir war ein Glück.
Und die dunklen Tage malen schön sich im Erinnerungsschein,
wie die Abendwolken strahlen golden in die Welt hinein.
Und du fühlst, was du besessen, ist doch dein für immerdar;
nein, du kannst es nicht vergessen, was dir lieb und heilig war.
Dankbar sei mit Herz und Munde! Dankbar heut und allezeit!
Dir auch manche schöne Stunde die Erinnerung verleiht.


Alles kann ich wiedergeben, was verlor ein redlich Herz.
Freudenreich bleibt stets mein Leben, Freude tausch ich ein um Schmerz.
Mein ist, was dir längst entschwunden, froh vergeb ich Zeit um Zeit
und ich trag in trüben Stunden stets ein Regenbogenkleid.


Werde heiter, mein Gemüte, und vergiss der Angst und Pein!
Groß ist Gottes Gnad und Güte, groß muss auch dein Hoffen sein,
Kommt der helle, gold´ne Morgen nicht hervor aus dunkler Nacht?
Lag nicht einst im Schnee verborgen dieses Frühlings Blütenpracht?
Durch die Finsternis der Klagen bricht der Freude Morgenstern;
bald wird auch dein Morgen tagen: Gottes Güt´ ist immer fern.



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