An den Tod 1

Halb aus dem Schlummer erwacht,
den ich traumlos getrunken,
ach, wie war ich versunken
in die unendliche Nacht!

Tiefes Verdämmern des Seins,
denkend nichts, noch empfindend!
nichtig mir selber entschwindend,
Schatten mit Schatten zu eins!

Da beschlich mich so bang,
ob auch , den Bruder verdrängend,
Geist mir und Sinne verengend,
listig der Tod mich umschlang.

Schaudernd dacht´ ich´s und fuhr
auf und schloss mich ans Leben,
drängte in glühendem Erheben
kühn mich an Gott und Natur.

Siehe, da hab ich gelebt:
Was sonst, zu Tropfe zerflossen,
langsam und karg sich ergossen,
hat mich auf einmal durchbebt.

Oft noch berühre du mich,
Tod, wenn ich in mir zerinne,
bis ich mich wieder gewinne
durch den Gedanken an dich!


Wie von den einzelnen Mühen und Lasten des Lebens im Schlummer,
ruht man vom Leben selbst endlich im Tode sich aus.


Was dem Staube gehört, das muss dem Staube sich vermählen,
doch den unendlichen Geist fesselt kein endliches Band.


Mit jedem Menschen verschwindet, sei er auch, wer er sei,
ein Geheimnis aus der Welt,
das vermöge seiner besonderen Konstruktion nur er entdecken konnte,
das nach ihm niemand mehr entdecken wird.


Ist der Tod ein Schlaf, wie kann dich das Sterben erschrecken?
hast du es je gespürt, wenn du des Abends entschliefst?


Glaube, Liebe, Hoffnung: glaube, liebe Hoffnung!


Die Hoffnung ist wie ein Sonnenstrahl,
der in ein trauriges Herz dringt.
Öffne es weit und lass sie hinein.


Dass die Schmerzen miteinander abwechseln, macht das Leben erträglich.


Dass die Schmerzen miteinander abwechseln, macht das Leben erträglich.


Klage nicht zu sehr über einen kleinen Schmerz!
Das Schicksal könnte ihn durch einen größeren heilen.



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