Grabstätte Korallenriff – Amerika und das „Eternal Reef“ – die Korallenbestattung

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Die Korallenbestattung

Die Korallenbestattung setzt grundsätzlich eine Kremation vorraus

Man kennt die Bilder aus Dokumentarfilmen oder aus dem Zoo. Prächtige, farbenfrohe und beeindruckende Korallenriffe und ihre Meeresbewohner können nicht nur Taucher am Meeresgrund bestaunen. In den USA entstehen sogenannte „Eternal Reefs“ – zu deutsch: „Ewige Riffe“, die sowohl Lebensraum für Meerestiere als auch Ruhestätte für menschliche und tierische Überreste bereit stellen. Es geht um eine spezielle und nicht ganz alltägliche Bestattungsform: Die Korallenbestattung.

In den USA – ähnlich wie auch in Deutschland – werden Feuerbestattungen immer populärer und zeigen einen deutlichen Anstieg der Nachfrage an. Annähernd 50 Prozent aller Bestattungsformen setzen eine Kremation vorraus. Dies hat zur Folge, dass weitere und neue Formen der Beisetzung immer mehr an Gewicht bekommen (siehe auch “Diamantbestattung”).

Doch wie muss man sich eine Korallenbestattung im „Eternal Reef“ vorstellen?

Der komplette Prozess – von der Einäscherung des Verstorbenen bis zum endgültigen Versenken der letzten Überreste – dauert vier Tage. Die Kremation ist Vorraussetzungen, da im ewigen Riff nur Aschereste bestattet werden. Ist die Einäscherung vollzogen, wird zunächst aus den Überresten eine Art Juwel bzw. Diamant geformt, der eine gewisse Zeit aushärten muss. Das künstliche Riff, gefertigt aus Naturbeton, besitzt eine Größe von etwa 1,10 Meter Höhe und 1,50 Meter breite und wiegt in etwa 2 kg. Die Oberseite dieses Korallenimitats wird mit einer zusätzlichen Betonschicht eingelassen. Dort können sich Angehörige und Trauernde beispielsweise mit ihrem Handabdruck verewigen oder die Oberschicht mit Abzeichen oder Schmuckstücken des Verstorbenen verzieren. Diese Verzierungen müssen selbsverständlich unbedenklich für Umwelt und Ökosystem sein. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, persönliche Nachrichten für den oder die Verstorbene(n) in diese Betonschicht einzulassen.

Nun wird der ausgehärtete Diamant in die Mitte der Betonkoralle eingearbeitet und zusätzlich durch weiteren Naturbeton gefestigt. Nun ist die Grabstätte fertig und kann in einer feierlichen Zeremonie auf den Meeresgrund hinabgelassen werden. Natürlich ist es auch möglich, Freunde und Bekannte an der Zeremonie teilhaben zu lassen. Dies wird sogar ausdrücklich gewünscht, da es nicht nur die Seele stärkt, sondern auch die Verbundenheit zum Riff und der beigesetzten Korallengrabstätte festigt.

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“Eternal Reef” an der Ostküste der USA

Die Beisetzung im Korallenriff an der Ostküste von Amerika verfolgt 2 wesentlichen Aspekte: Nachhaltigkeit und Ursprünglichkeit. Weiterhin steht die Beisetzung für

  • Das Schaffen neuer Lebensräume
  • Das Setzen eines Umweltdenkmals für eine geliebte Person

Zusätzlich steht das Material der ewigen Riffe für Beständigkeit und langfristiges Fortbestehen.

Natürlich ist die Bestattungsform Korallenbestattung in Deutschland kaum denkbar. Sie steht aber für das Einbeziehen der Umwelt unter Wasser – eine sehr neue und ungewöhnliche Form der Beisetzung. Weitere Informationen zur Korallenriffbestattung gibt es HIER.

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3 Kommentare zu “Grabstätte Korallenriff – Amerika und das „Eternal Reef“ – die Korallenbestattung

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