Scheint dir auch mal das Leben rau, sei still und zage nicht.
Die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht.

    Es ist der Glaub´ ein schöner Regenbogen,
    der zwischen Erd´ und Himmel aufgezogen,
    ein Trost für alle, doch für jeden Wandrer
    ja nach der Stelle, da er steht, ein andrer.

    Oft muss man erst durch Wolken dringen, eh man des Himmels Blau entdeckt:
    So lässt das Gute sich erringen, weil sich das Beste nur versteckt.

    Warte, du erlebst es noch, dass der Frühling wiederkehrt.
    Hoffen alle Bäume doch, die des Herbstes Wind verheert.
    Hoffen mit der stillen Kraft ihre Knospen winterlang,
    bis sich wieder egt der Saft und ein neues Glück entsprang.

    Himmelstrauer

    Am Himmelsantlitz wandelt ein Gedanke,
    die düstre Wolke dort, so bang, so schwer;
    wie auf dem Lager sich der Seelenkranke,
    wirft sich der Strauch im Winde hin und her.

    Vom Himmel tönt ein schwermutmattes Grollen,
    die dunkle Wimper blinzelt manches Mal,
    so blinzeln Augen, wenn sie weinen wollen,
    und aus der Wimper zuckt ein schwacher Strahl.

    Nun schleichen aus dem Moore kühle Schauer
    und leise Nebel übers Heideland;
    der Himmel ließ, nachsinnend seiner Trauer,
    die Sonne lässig fallen aus der Hand.

    Von guten Mächten wunderbar begorgen,
    erwarten wir getrost, was kommen mag.
    Gott is bei uns am Abend und am Morgen
    und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

    Trost

    Siehst du ein Menschenkind in Tränen,
    verhaltnes Schluchzen in der Brust,
    so wolle ja nicht, ja nicht wähnen,
    dass du mit Worten trösten musst.
    Vermeide es, ihn zu beraten;
    geh weiter, aber sende dann
    die Liebe, die in stillen Taten
    ihm heimlich, heimlich helfen kann.
    Berührt ein kalter Schall die Wunde,
    so schmerzt er nur und heilt sie nicht;
    der Trost wohnt nicht im leeren Munde,
    er ist des Herzens tiefe Pflicht.
    Vor einem Wort am rechten Orte
    kehrt wohl der Harm beruhigt um,
    doch wahrer Schmerz hat keine Worte
    und auch der wahre Trost ist stumm.

    Hoffnung ist der feste Stab
    und Geduld ein Reisekleid,
    da man mit durch Welt undGrab
    wandert durch die Ewigkeit.

    Kein Weiser jammert um Verlust. Er sucht mit freudigem Mut, ihn zu ersetzen.

    Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes.


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